In den letzten Wochen kehrte hier wieder etwas Ruhe ein, da ich meine Zeit überwiegend mit Lernen und Studium zubringen durfte. Die vergangenen Tage waren nun wirklich extrem Kräfte zehrend und ich war sehr froh, als auch die letzte Prüfung für dieses Semester vorgestern vorbei war. Alles in allem dürften die Prüfungen wieder recht gut gelaufen sein, die ersten eintrudelnden Noten waren jedenfalls mehr als gut.
Da man aber natürlich nicht von morgens bis abends und nachts über Wertschöpfungsketten, Genossenschaftswesen, Liquiditäten, Mitarbeiterattraktivität (und nein – das hat nichts damit zu tun, wie hübsch die Sekretärin am Eingang ist ;O), Jahresbilanzen und vieles mehr nachdenken kann, brauchte ich eine Strickarbeit, die mich ablenkte von all diesen Dingen. Also, etwas das mich WIRKLICH ablenkte.
Und da kam mir wieder das Fox Paw-Muster in den Sinn, das ich vor einigen Wochen schon einmal ausprobiert hatte und selbst mich doch recht erfahrene Strickerin ganz schön geistig gefordert hatte. Wie praktisch, dass ich ohnehin einen braunen Schal haben wollte, der zu meinem beigefarbenen Anorak passt, so dass nichts näher lag, als in meiner Sockenwoll-Kiste zu wühlen, passende Farben herauszusuchen und direkt anzufangen.
Zugegeben, das Muster hat so seine Tücken, vor allem weil man an einzelnen Stellen nicht sicher sein kann, was wohl zuerst brechen mag: Finger oder Nadeln?! Und in Reihe 5 hatte ich regelmäßig das Gefühl, nicht mehr zu wissen, wohin ich mit all den Maschen noch sollte, die alle an die gleiche Stelle auf der Nadel drängten. Aber wenn man dann ein paar Reihen weiter ist und sich das Geknubbel der Vorreihen langsam wie ein Schmetterling entfaltet, hat sich das Wurschteln doch gelohnt.
Entstanden ist so nun in den vergangenen drei Wochen ein 233 g leichter Schal aus verschiedenen Sockenwoll-Resten –1,74 m lang und 31 cm breit. Verwendet habe ich 13 verschiedene Farben für die farbigen Streifen, dazwischen immer ein schönes, dunkles Schokobraun. Dabei habe ich darauf geachtet, dass die Streifenkombination in jedem der 25 Rapporte anders ist – keine Farbkombination gibt es zweimal. Zum Ende wurde rechts und links an der doch durch das Muster sehr ungleichmäßige Kante ein i-Cord angestrickt, was fast so lange dauerte wie das Vernähen der zig Tausend Fadenenden ... ich hatte die Fäden zwar während des Strickens bereits mit eingewoben, aber da ich auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich alle Enden noch einmal "zurück" vernäht. Uffz.
Und jetzt muss ich dauernd hingucken, weil er mir sooooo gefällt (selbst die Rückseite sieht ganz hübsch aus) …









