Samstag, 13. Juli 2024

06/2024 • Halbpatent in blau

Oder: Lace einmal anders.

Wieder ging es darum, eine speziell gefärbtes Wollmeisen-Lace in ein schönes, gerne tragbares Stück zu verwandeln. Als ich dann zum Geburtstag die Anleitung "Birthday" (zu kaufen bei ravelry) bekommen habe, stand gleich fest: Das wird ausprobiert. 

Aus dem blau-weißen Lace wurde also ein recht simpler Pulli im Halbpatent, der sich sehr fein tragen lässt und eine wirklich ungewöhnliche, angenehme Haptik hat. Demnächst wird es sicher noch einmal einen solchen Pulli "in bunt" geben, glaube ich. Wolle liegt schon bereit. 

Verbraucht habe ich für Größe M (Anleitung Gr. 4XL) bei NS 3,0 mm genau 400 g Wolle, wobei ich beim nächsten Exemplar die Ärmel einen Tick länger stricken würde. Ansonsten sitzt er für meinen Geschmack prima.






Samstag, 29. Juni 2024

05/2024 • Meisen-Loops

Oder: Jeder Topf hat ein Deckelchen ... 

... jede Wolle ihre Bestimmung. Manchmal dauert es aber ein wenig, bis das passende Projekt für eine bestimmte Wolle oder auch Färbung gefunden ist. Und so war es die Aufgabe, verschiedene Wollemeise Lace-Färbungen einer guten Umsetzung zuzuführen, was teilweise zunächst gar nicht so einfach war. Ich sage nur: "Wolle frisst Muster."

Heute zeige ich zunächst zwei Schlauchloops aus jeweils 250 g Lace, gestrickt mit NS 3,0 mm. Der olivegrüne Loop wurde mit einem relativ unkomplizierten Rechts-Linksmuster mit ein paar Ab- und Zunahmen gestrickt, der Effekt entstand also ganz von allein. 

Der braune Loop erforderte ein wenig mehr Aufwand: Er ist in der "Entrelac"-Technik gestrickt mit relativ großen Einzelelementen, um die Streifenbildung schön in Szene zu setzen. Hat auch ganz gut geklappt. 

Beide Loops gehen in die Spendenkiste, denn die Wolle war eine Spende für Sternstunden. 








Donnerstag, 6. Juni 2024

04/2024 • Bunte Socken

Oder: Beste Reste!

Immer wieder sammeln sich bei mir diverse Sochenwollreste in allen möglichen und unmöglichen Farben an - teils selbst produzierte Reste, teils auch viele schöne Reste aus Spendenpaketen. Und diese Reste sollen natürlich auch noch ihre Verwendung finden, am liebsten so, dass man gar nicht so sehr merkt, dass das "nur" noch Reste waren. 

Zu meinen Lieblingsverwendungszwecken (schönes Wort ;O) gehören Restesocken und so war es mal wieder Zeit, bunte Reste in Socken zu verwandeln. 

Alle gestrickt aus Sockenwolle mit NS 2,5 mm und natürlich wie so oft: für die Sternstundenkoffer. 










Freitag, 31. Mai 2024

Altes Sofa neu gestylt

Oder: Nie wieder Kunstleder!

In den letzten Monaten mutierte unser an sich geniale, weil stabile, federgekernte und dank Stauraum praktische Sofa zum Schandfleck der Wohnung und war nur noch mit Überwurfdecken zu ertragen: Das Kunstleder begann zunächst an kleinen Stellen zu brechen, am Ende hing es in Fetzen vom Bezug und war im gesamten Haus zu finden. Nicht witzig. 

Da das Sofa aber halt erst 4 oder 5 Jahre alt, hochwertig verarbeitet und für uns einfach genau das richtige ist, kam entsorgen erst mal nicht in Frage. Ich entschloss mich also, einen Polsterstoff zu kaufen und letztlich die kaputten Teile neu zu beziehen. Sollte der Stoff jetzt nicht so lange halten - ich habe testweise erst mal was Preiswertes gekauft, weil ich sehr unsicher war, dass ich das hinbekommen würde - kaufe ich einen besseren und wiederhole die Prozedur, immerhin weiß ich ja jetzt, wie‘s geht. 

Und hier kommt die Zitterpartie:















Mittwoch, 20. März 2024

03/2024 • Aranpulli

Oder: Was lange währt ...

... wird irgendwann auch fertig. Oder so ähnlich. Den heutigen Pulli habe ich im Februar 2022 angeschlagen, nachdem ich die Wolle dazu bereits im Februar 2021 im Sale bei der Wollmeise gekauft hatte. Die Farbe hatte es mir dort sofort angetan, und da ich mehrere Stränge davon bekommen konnte, fiel die Entscheidung auf einen Pulli mit vielen Zöpfen und Co. (keine Anleitung, Muster selbst zusammengestellt, frei Schnauze). 

Am Anfang lief das auch ganz gut, aber je näher ich der Abtrennung für die Ärmel kam, desto zögerlicher lief es, denn ich hatte keine vernünftige Idee, wie ich Ärmel/Schulter/Ausschnitt stricken sollte. Und dann lag der Anstrick erst mal eine Weile. Eine längere Weile. Irgendwann im letzten Spätsommer nahm ich das dann wieder aus der Tasche und dachte eine ganze Zeit darüber nach, alles wieder aufzutrennen. Aber dafür steckte eigentlich auch schon zu viel Arbeit drin. Also überwand ich meinen inneren Schweinehund und beschloss, das Teil "irgendwie" fertig zu machen. 

Das ging dann, wie das in solchen Fällen ja häufig ist, auch unerwartet fix. Keine 3 Wochen später war der Pulli "so weit" fertig, bis ... ja, bis er ins Entspannungsbad kam und sich zum Sack mit Ausschnitt bis zum Bauchnabel verformte. Mift! So lag er dann wieder ein paar Wochen, bis ich mich aufraffen konnte, zumindest mal für den Ausschnitt eine Lösung zu suchen. Nun ja, und lange Rede ... das ist draus geworden: 






Freitag, 8. März 2024

02/2024 • Rundpasse trifft Reißverschluss

 Oder: Es war anders gedacht ... 

Beim Durchblättern eines meiner Musterbücher bin ich vor einigen Wochen über eine Rundpasse gestolpert, die mir auf Anhieb sehr gut gefiel. Ein Blick in den Wollvorrat zeigte dann auch gleich: Es kann stante pede losgehen, passende Wolle ist im Haus. 

Eine Maschenprobe war schnell gestrickt und so entstand nach und nach der Pulli mit der japanischen Rundpasse. Schon während des Strickens hatte ich mir Gedanken über die Lösung oben am Ausschnitt gemacht und wollte gerne einen Stehkragen mit Reißverschluss haben. Das hat auch eigentlich wunderbar funktioniert. Eigentlich. 

Denn als der fertige Pulli dann gewaschen war, passierte das, was mir trotz Maschenprobe (gewaschen) immer wieder passiert: Das große Teil verhielt sich einfach anders als die kleinere Probe, die in diesem Fall gar nicht so klein war. Die Wolle ließ enorm an Spannung nach und der Pulli wurde weiter (das war ok, er saß eh relativ körpernah) und etwas länger – auch noch im Rahmen. Was aber gar nicht mehr schön war: der "Steh"kragen. Der stand nämlich nicht mehr, sondern hing schlapp zur Seite. Na prima. 

Jetzt bleibt das aber so, denn den Reißverschluss werde ich im Leben nicht mehr raustrennen. Ich habe zum ersten Mal im Leben einen Reißverschluss in etwas Gestricktes eingenäht und war überglücklich, weil das mit viel Geduld und noch mehr Sorgfalt sogar faltenfrei und einigermaßen ordentlich (fürs erste Mal ...) gelungen war. 

Vielleicht stricke ich dieses Modell ja noch mal mit einer anderen, stabileren Wolle. Vielleicht. 







Samstag, 10. Februar 2024

01/2024 • Wendemütze

Oder: Zwei in eins und doppelt warm.

In den letzten Wochen haben mich zwei Prüfungen ein wenig mehr von der Freizeit abgehalten, als ich gerne gehabt hätte. Aber man kann halt nicht alles haben. 

Trotzdem wurde so nebenbei eine Wendemütze fertig, die mir selbst so gut gefällt, dass ich mir für den nächsten Winter vielleicht auch eine solche stricken werde. Dieses Exemplar ist aus gespendeter Wolle und kommt daher bis zum Herbst in den Spendenkoffer. Möglicherweise kommen da ja auch noch zwei, drei weitere dazu. Ganz sicher sogar. 

Verarbeitet habe ich Sockenwolle mit NS 3,0 mm. Durch das "doppelt doppelte" Bündchen ist die Mütze an den Ohren vor allem schön dick und warm. Sehr praktisch. 

Nachtrag:

Die Anleitung für die Wendemütze ist kostenlos auf ravelry zu finden. 












Donnerstag, 21. Dezember 2023

Sternstunden 2023

Oder: Die Saison ist (leider etwas vorzeitig) zu Ende. 

Vorzeitig zu Ende deshalb, weil ich krankheitsbedingt leider die Reise in die Heimat jetzt über die Weihnachtstage und somit auch den Markt in Ettlingen bei Karlsruhe absagen musste. Ich bin sehr traurig darüber – aus mehreren Gründen – aber krank ist halt nun mal krank, da beißt die Maus keinen Faden ab. Trotzdem können wir wieder auf eine entsprechend erfolgreiche Verkaufssaison zurückblicken. 

Angefangen hatte es bei der Herbstdult in Neufahrn (Freising), wo wir bei fast noch sommerlichen 18 Grad und Sonnenschein doch eine ganze Menge Sachen verkaufen konnten. Für unsere Waren sind ja winterliche Temperaturen eigentlich immer verkaufsfördernder. 

So winterlich wie beim Christkindlmarkt in Neufahrn dann am ersten Adventswochenende hätte es allerdings auch nicht sein müssen. Das war das Wochenende, an dem im Großraum München landunter war, da über Nacht ein halber Meter Schnee gefallen war. Zu unserem Glück wurde der Markt nicht wie viele andere abgesagt, auch wenn das bedeutete, dass wir vor Ort erst einmal unsere Hütten freischaufeln mussten. Nachdem ich in der Früh ja schon unsere Einfahrt zu schippen gehabt hatte, war das dann eigentlich schon genug Sport für ein Wochenende. Aber dann ging es ja erst richtig los mit dem Aufbau – bei anhaltendem Schneefall und bitterer Kälte. Es war nicht schön. Gar nicht schön. 

Immerhin hörte es dann am Samstag Nachmittag auf zu schneien und die Besucher kamen. Und kauften. Genauso war es am erneut bitterkalten Sonntag, der uns wirklich so einiges an Kraft abverlangte. Das rege Interesse und die Kauffreude der Besucher entschädigte allerdings für vieles. Besonders gut gingen an diesem Tag warme Socken, Stulpen und Kinderhandschuhe über die Theke. Und als wir nach einem erneuten Kraftakt beim Abbau am Abend schließlich Kassensturz machten, waren wir zwar immer noch total ausgelaugt und müde, aber glücklich: Der Geldbeutel enthielt einen richtig schönen vierstelligen Betrag. Damit hatten wir nicht gerechnet!

Der letzte Einsatz in diesem Jahr fand Anfang dieser Woche an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf statt, wo ich seit nun fast 2 Jahren arbeite. Dort hatte ich große Unterstützung von unserer Institutsleitung, so dass ich schließlich einen recht großen, für unsere Zwecke perfekten Raum anmieten durfte, um einen Tag lang unsere Waren anzubieten. Ich war im Vorfeld sehr gespannt, wie die Aktion wohl angenommen würde, da ich nicht einschätzen konnte, ob da mehr als meine direkten Kolleginnen vorbeikommen würden, auch wenn offiziell wirklich an der gesamten Hochschule Werbung gemacht worden war. 

Und auch da wurde ich extrem positiv überrascht: Gerade über die Mittagszeit nutzten zahlreiche Mitarbeiter (in der deutlichen Mehrheit Mitarbeiterinnen ;O) die Gelegenheit und kauften kräftig Weihnachtsgeschenke für sich oder die gesamte Verwandtschaft ein. So waren wir dann am Abend erneut glücklich, als wieder ein vierstelliger Betrag zum Vorschein kam. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass der Verkauf in einem Innenraum für uns quasi purer Luxus war, kann diese Aktion als rundum gelungen bezeichnet werden, und ich hoffe (und habe auch schon positive Signale bekommen), dass wir das im kommenden Jahr wiederholen dürfen. 

Bevor ich jetzt das Endergebnis verrate, möchte ich mich erst noch einmal bei allen bedanken, die uns in irgendeiner Weise unterstützt haben: 

  • Danke an alle Strickerinnen, die wieder das ganze Jahr über viel, viel Zeit und gute Wolle investiert haben
  • Danke an alle Spenderinnen, die mit umfangreichen Wollspenden ihren Beitrag geleistet haben
  • Danke an alle Veranstalter und Verantwortlichen der Hochschule, die uns durch stark reduzierte Standmieten die Möglichkeit geboten haben, unsere vielen bunten Sachen zu verkaufen 
  • Danke an alle, die etwas bei uns gekauft und so dafür gesorgt haben, dass der enorme Aufwand der zuvor Genannten in Zahlen umgemünzt werden konnte
  • Und einen ganz besonders dicken Dank an meine treue Verkaufshelferin Angelika, die dieses Jahr mit mir zusammen jeden Auf- und Abbau sowie die vielen Verkaufsstunden bei Wind und Wetter durchgehalten hat. Dazu kamen dann zeitweise auch meine Chefin und Angelikas bessere Hälfte, die vor allem beim kräftezehrenden Weihnachtsmarkt in Neufahrn tatkräftig mit abgebaut haben, sowie der Herr Baron, der geduldig wochenlang offene Koffer und Kisten im gesamten Haus ohne zu murren ertragen und uns abends zumeist mit unserem Sternstunden-Aktionsstandardessen (Schnitzel mit schlesischem Kartoffelsalat) ;O) verwöhnt hat. 
So, und nun kommt der Kassensturz: 

Verkauft haben wir 120 Paar Socken in jeder Größe, gut 30 Paar Handstulpen für Erwachsene sowie 12 Paar Kinderhandschuhe, rund 30 Stirnbänder und Mützen, 25 Tücher/Schals und Loops, 40 Tierchen und Püppchen sowie einige Schlüsselanhänger, Einkaufsnetze, Karten und Dekoteilchen. 

Überwiesen habe ich heute nun aufgerundet stolze ... 

6.000 € 

Das kann sich doch sehen lassen, nicht wahr?! 

Die restlichen Waren werden jetzt dann sicher in Koffern und Kisten verstaut und dürfen dort auf die Märkte im nächsten Herbst warten. Bis dahin bekommen sie bestimmt auch wieder einige Kumpane, die übers Jahr produziert werden, um die Lücken in den Kisten zu füllen.

Jetzt bleibt mir nur noch, ein paar Fotos zu zeigen und 
euch allen eine gesegnete Weihnachtszeit und alles gute fürs neue Jahr zu wünschen!