Sonntag, 18. November 2018

37_2018 • Miss Wasserratz

Oder: Die Karibik im Pulli eingefangen.

Die Barons waren in den letzten Wochen mal wieder auf Reisen ... St. Lucia, die kleine, bergige Insel in der Karibik war das Ziel. Dieses Mal ging es überwiegend faul zu. Wir hatten ein Ferienappartment oben am Berg mit einem traumhaften Blick auf die weltberühmte Marigot Bay (der alte Film mit Dr. Doolittle wurde dort gedreht) sowie ein geländegängiges Auto gemietet.

Geländegängig, nun ja, hätte es sein sollen. Leider stellte sich erst nach Verlassen des Flughafengeländes heraus, dass der gemietete Allrader kein solcher war. Zudem hatte das Auto definitiv eine Handvoll PS zu wenig, um auf der extrem bergigen Insel vernünftig überall hin zu kommen. Das fing schon mit der Anreise zum Appartment an. Todesmutig war ich am Flughafen auf der Fahrerseite eingestiegen in der Hoffnung, die erste lange Fahrt im Linksverkehr und fremden Land schnell hinter mich bringen und die folgenden Tage dann entspannt (?!) als Beifahrer verbringen zu können. Diese Rechnung ging nur bedingt auf ...

Zunächst musste ich also mit diesem ungewohnten Linksverkehr zurecht kommen, was dank der gelegentlichen Einflüsterungen seitens des Herrn Baron auch ganz prima klappte. Mit dem Tablet und einem Navigationsprogramm auf dem Schoß sagte er mir die Strecke ein. Das war alles ganz prima, solange wir die ersten Kilometer auf einer (der drei ...) Hauptstraßen waren, die mit etwas sanierungsbedürftigen Landstraßen bei uns ähnelten. Man musste da schon damit rechnen, direkt hinter der nächsten Kurve auf ein enormes Schlagloch zu treffen. Aber das war ja noch halb so schlimm angesichts der Seitenstraßen, die dann genommen werden mussten. Sollte sich noch jemand an die Straßenbeschreibung aus unserem Costa Rica-Urlaub erinnern ... so ungefähr war das auch hier. Die "Waterfront" Straße nach Marigot war ein Schlagloch-Bodenwellen-Flickenteppich vom allerfeinsten. Dann noch mal links ab, hinauf durch den Regenwald auf den Berg zur Villa. Na, da ging's dann erst so richtig los: Ich behaupte, jeder Forstweg in Deutschland ist ein Highway gegen dieses "Sträßchen". Als ich mal mein Fahrtempo als zu schnell befand, verriet mir der Blick auf den Tacho, dass ich gerade mal mit 20 km/h fuhr ... selbst das war stellenweise nicht dem Fahrbahnzustand angemessen.

Oben heil, glücklich aber total angespannt angekommen, mutmaßte ich, ich würde da die nächsten 14 Tage nicht mehr runter fahren. Nun ja, das war natürlich eine etwas vorschnelle Behauptung, denn irgendwo musste man ja auch essen gehen bzw. Lebensmittel einkaufen und so.

Wir sind also die nächsten Tage dann doch des öfteren wieder hinunter gefahren, ein besonderes Vergnügen war die Heimfahrt nach dem Abendessen dann in stockfinsterer Nacht. Dafür hatte der Regenwald aber auch gerade bei Nacht das eine oder andere mir völlig unbekannte Tier zu bieten ... auch nicht so schlecht, denn wann kommt man schon mal bei Nacht in den Regenwald?!

Wir haben also eine erholsame, strick- und leseintensive Zeit hoch über Marigot Bay mit einem sensationellen Blick auf die Bucht und das Meer verbracht – die erste Woche bei sommerlichen Temperaturen und unermüdlichem Sonnenschein, die zweite Woche ... bei Dauerregen, aber immerhin noch ca. 23 Grad.

Auf diese Weise konnte ich fleißig vor mich hin nadeln. Fertig geworden ist unter anderem mein zweiter Pulli nach der Anleitung "Miss Weesly" (Kaufanleitung auf Ravelry) aus einem Wollmeisen-Lace mit dem charmanten Namen "Wasserratz". Die brillianten Blautöne erinnern mich allerdings dann doch eher an die Karibische See mit all ihren Blau-Nuancen, je nachdem, wie das Licht gerade darauf fällt. Dieses Mal habe ich die Zunahmen nicht wie in der Anleitung vorgeschlagen gearbeitet und bin mit dem Maschenbild an der Zunahmekante jetzt zufrieden.



Montag, 29. Oktober 2018

36_2018 • Stadionringelhalsschlauch

Oder: Irgendwann wird es sicherlich auch kühler ...

Langsam aber sicher zieht nun doch endlich der Herbst ein und die Temperaturen sinken. Also ist es höchste Zeit, auch an die kommenden Stadionbesuche zu denken. Und da es da gerne mal um die Ecke zieht, musste ein Halsschlauch in Vereinsfarben her, der hoffentlich die gröbste Kälte in den nächsten Monaten dann abhalten wird.

Verarbeitet habe ich etwas mehr als 100 g DROPS Baby Merino, zur Hälfte weiß, zur Hälfte rot mit Nadeln der Stärke 3,5 mm.


Donnerstag, 18. Oktober 2018

35_2018 • Warme, ärmellose Weste

Oder: Die Dinkelgraue.

Nein, kein Schreibfehler in der Überschrift, zumindest nicht hier ... denn ursprünglich wollte ich natürlich einmal dunkelgrau schreiben, "damals", als ich meine neu angestrickte Jacke auf Ravelry vorstellen wollte. Tja, und einmal verschrieben, wurde mir dieser Schreibfehler natürlich wochen-, nein, monatelang hinterhergetragen. Also habe ich kurzerhand die Not zur Tugend gemacht und die Jacke eben "Die Dinkelgraue" getauft. 

Gestrickt habe ich dieses unheimlich warme Stück aus 425 g DROPS Flora und Nadeln Stärke 3 mm. Das Muster habe ich mir selbst ausgedacht und dann von den Schultern ab einfach mal drauf los gestrickt. Leider habe ich mich bei den Maßen der Armausschnitte aber doch ein wenig vertan, so dass jede Variante, Ärmel da anzustricken, fehlschlug. Sah einfach alles nicht gut aus. 

Also wurde letztlich die Entscheidung getroffen, statt der Ärmel eine Kapuze anzustricken und ich muss sagen: Das Teil gefällt mir, zumal die Kapuze auch ohne sie aufzusetzen so schön im Nacken liegt, dass es da dann auch nicht kalt werden kann. 

Leider war das richtig dunkle grau nur sehr schwer zu fotografieren ... 








Mittwoch, 17. Oktober 2018

Der nächste Markt naht

Oder: Am Sonntag ist es wieder so weit ...


Am kommenden Sonntag, 21. Oktober werden wir wieder in Sachen Sternstunden unterwegs sein.
Besuchen könnt ihr uns


von 10-17 Uhr im Bürgerhaus Pliening (Kreis Ebersberg)


Wie immer haben wir jede Menge schöner Tücher, lustiger Püppchen, kuschelig warmer Socken oder auch Handstulpen mit im Gepäck. Bunte Babyschuhe und Mützen nicht zu vergessen. Ach, schaut doch einfach selbst vorbei!






Sonntag, 7. Oktober 2018

34_2018 • Grüner Weizen

Oder: Ein Halswärmer mehr.

Da ich gerade so schön dabei war, habe ich gleich das nächste Spendengarn aus der Kiste gefischt und einen weiteren Halsschlauch gestrickt. Dieses Mal wollte ich ein Muster ausprobieren, das ich bis dahin noch nicht kannte, aber interessant aussieht. Eine Anleitung zum "Weizenmuster" war bei YouTube zu finden und der Rest ... frei Schauze.

Verarbeitet habe ich 70 g Katja Air Lux in einem Blaugrünschwarz, eine Farbe, die sich kaum auf einem Foto festhalten ließ. 







Freitag, 28. September 2018

33_2018 • Seidenweicher Halswärmer

Oder: Der Herbst kommt. 

Zwischen mehreren Großprojekten, die ich momentan auf den Nadeln habe, brauchte ich mal wieder einen "schnellen Erfolg". Also habe ich letztes Wochenende kurzentschlossen einen simplen Halsschlauch aus einem wunderbar weichen, leider nicht mehr erhältlichen Seidengarn von Lana Grossa angestrickt.

Verbraucht habe ich 165 g Setana in hellgrau, verstrickt mit NS 4 mm. Das Stricken war für mich wegen der doch recht dicken Nadeln etwas anstrengend, aber das Ergebnis entschädigt dafür.







Sonntag, 23. September 2018

32_2018 • Knuddel-Dolls

Oder: Bald ist Sternstundenmarkt!

Da in 10 Tagen schon der nächste Sternstundenverkauf stattfindet, mussten noch ein paar knuffige Püppchen her ... aber woher eine passende Anleitung finden? Alles, was mir über den Weg lief, gefiel mir an irgendeiner Stelle nicht so recht. Also musste eine eigene Anleitung her.

Herausgekommen sind frech-fröhliche Knuddel-Dolls, für die eine kostenlose Anleitung bei Ravelry zum Herunterladen bereitsteht, guck, hier: Andrea's Knuddel-Doll!

Und hier noch mal die nächsten Verkaufstermine, zu denen die lustigen Kerlchen natürlich mitkommen werden:

3. Oktober von 10-17 Uhr im Bürgerhaus Karlsfeld
21. Oktober von 10-17 Uhr im Bürgerhaus Pliening
2. Dezember von 10-17 Uhr im Bürgerhaus Karlsfeld
8./9. Dezember von 11-21 Uhr in der Sternleshütte Nr. 1 am Ettlinger Weihnachtsmarkt

Wer gerne noch in irgendeiner Form zu den Verkäufen beitragen möchte, darf mir gerne eine Adressanfrage senden ... oder gleich direkt ein Päckchen schicken, falls die Adresse bereits bekannt ist.







Samstag, 15. September 2018

Seltener Besuch im Hochbeet.

Oder: Lieblingsmahlzeit? Möhrengrün.

Als ich gestern einige meiner dieses Jahr enorm großen Roten Beete ernten wollte, habe ich so aus dem Augenwinkel etwas an den Möhren gesehen. Genauer hingeschaut ... eine dicke, fette, grün-schwarz geringelte und orange getupfte Raupe – da hatte ich wohl vor ein paar Wochen einen Schwalbenschwanz zu Besuch!

Als ich dann gerade das erste Foto geschossen hatte, entdeckte ich eine zweite, nein, auch noch eine dritte, vierte, fünfte ... am Ende zählte ich um die 20 Raupen in unterschiedlichen Larvenstadien. Während die einen noch im Larvenstadium L2 zu stecken scheinen (das sind die schwarz-flauschigen auf den Fotos), sind andere schon in L3 oder gar L4. Aber eines haben sie gemeinsam: Sie fressen mir mein Möhrengrün bis auf die Stängel ab. Naja, das kann ich um diese Jahreszeit allerdings ganz gut verschmerzen, denn meine Möhren sind dieses Jahr ebenfalls ungewöhnlich dick und fett, so dass das Möhrengrün zu erübrigen ist.

Da der Schwalbenschwanz bei uns auch eher selten zu sehen und obendrein geschützt ist, werde ich den Raupen nun das Möhrengrün gönnen (eine hat sich ganz unüblicherweise sogar auf meinen Liebstöckl verirrt ...) und hoffe, dass es im Herbst oder spätestens im Frühjahr dann doch den einen oder anderen Schwalbenschwanz bei uns zu sehen gibt. Mich würde das sehr freuen!















Dienstag, 4. September 2018

31_2018 • Tartan-Jacke

Oder: Man wird alt wie 'ne Kuh und lernt noch immer was dazu ... 

Als ich vor einigen Monaten diese Tartan-Jacke als Prototyp bei ravelry sah, hat das "Haben-will-Gen" zugeschlagen. Die gefiel mir einfach, weil sie mal ganz was anderes war. Also habe ich mich mit der Strickerin kurzgeschlossen – das ist ja das Schöne an so einem Forum, dass man immer gleich weiß, an wen man sich wenden kann – und angeboten, dass ich sehr gerne teststricken würde, falls sie dazu eine Anleitung schreiben würde.

Einige Wochen später war es dann tatsächlich so weit: Ich durfte testen! Das Stricken mit mehreren Knäuel war ich ja noch von gaaaaanz früher gewohnt, als ich Patchwork-Jacken am Stück gestrickt habe und zeitweise 12-15 Knäuel an einer Reihe hängen hatte. Brrrr, wie konnte ich dieses Gewurschtel damals eigentlich gerne machen?!

Aber zurück zum Tartan. Gestrickt war das Teil dann einigermaßen schnell, habe ich doch für mich schon sehr dickes Garn und dicke Nadeln verwendet. Verarbeitet habe ich zum ersten Mal Wollmeise DK, ein sehr angenehmes Merino-Garn, das ich mit Nadelstärke 4 verarbeitet habe. Verbraucht habe ich summa summarum 643 g, also etwas mehr als 3 Knäuel.

Die Fertigstellung der Jacke hat mir dann allerdings noch mal alles abverlangt: Zunächst mussten die Ärmel mit Kugel eingenäht werden – ging besser als befürchtet, aber man sieht letztendlich jetzt trotzdem irgendwie Falten, die erst nicht da waren. Nun, vielleicht kommt das aber auch durch den nächsten Arbeitsschritt: Es mussten nämlich noch sämtliche senkrechten Linien eingehäkelt werden. Ja, genau, eingehäkelt. Diese Technik hatte ich bis dato noch nie gesehen. An sich ist das auch gar kein Hexenwerk, da ja einfach eine Luftmaschenkette aufgehäkelt wird. Aber wenn man wie ich mit Häkelnadeln so ü-ber-haupt nicht kompatibel ist, kann das schon zu einer Herausforderung mutieren ... ich habe mich mit verkrampften Fingern und viel Kaffee (und Rotwein :O) durchgebissen.

Herausgekommen ist eine ziemlich ausgefallene Jacke, die mir unheimlich gut gefällt, wenn auch nicht ganz perfekt passt. Ich denke darüber nach, sie an jemanden gegen Materialkosten abzugeben, dem sie vielleicht perfekt passt – sollte jemand Interesse haben ...

So, und hier nun noch ein paar (viele) Fotos: