Montag, 16. März 2026

Tiere, Tiere, Tiere ...

Oder: Safari im Krüger-Nationalpark. 

Wer uns kennt, weiß, dass wir sehr gerne sehr weit reisen, am liebsten dorthin, wo es schön warm ist. Und häufig steht dann dort auch kein reiner Badeurlaub, sondern eher das Kennenlernen von Land und Leuten auf dem Programm. So war das auch vor 3 Jahren, als wir (erneut) in Südafrika waren und kreuz und quer durchs Land gefahren sind. Eine Reise, die ich so in Südafrika vielleicht nicht unbedingt noch mal machen würde, auch wenn damals alles gut gegangen ist. 

Aber: Wir haben nach der Heimkehr beschlossen, dass uns der 3-tägige Ausflug zum Krügerpark nicht ausgereicht hat, und planten, den Park in der Größe von Rheinland-Pfalz einmal von Nord nach Süd zu durchreisen, um in den unterschiedlichen Vegetationszonen auch möglichst viele verschiedene Tiere beobachten zu können. Nun ja, der Plan war gut, aber gegen Unwetter sind wir halt nicht gefeit, so dass wir nach den schweren Überschwemmungen zu Jahresanfang bald an dem Punkt angekommen waren, unsere Reise umplanen zu müssen. Weite Teile des Nordens waren bis Anfang Februar  noch überhaupt nicht befahrbar (und sind es bis heute nicht), viele Straßen gesperrt und unsere Unterkunft im Park auch noch nicht vollständig nutzbar. Also haben wir die 3 Tage, die im nördlichen Teil geplant waren, kurzerhand an unsere Zwischenstation zwischen Johannesburg und Krügerpark angehängt und dort zunächst ein bisschen gefaulenzt. 

Naja, den einen oder anderen Wasserfall (hatte ich schon mal erwähnt, dass ein einzelner Herr unseres Haushaltes an keinem Wasserfall dieser Welt vorbeikommt?!) und tolle Aussichten aus den Bergen rund um Graskop haben wir schon genossen. Nachdem wir bei der Ankunft in Johannesburg allerdings nur 12 Grad hatten, waren uns die 33 in Graskop dann schon fast zu viel auf einmal, so dass wir ab Mittag meist faul im netten, sehr feinen kleinen Hotelchen waren und viel Zeit zum Lesen und Stricken hatten. Auch nicht schlecht. 

Dann ging es aber endlich weiter zum Krügerpark - das war wie Warten aufs Christkind. Dort im Hotel direkt am Parkeingang angekommen, wurden wir fürstlich als wiederkehrende Gäste empfangen und in den VIP-Status gesetzt. Es war wirklich komisch, denn wir hatten (zumindest theoretisch) einen eigenen - Achtung! - Butler ... theoretisch deshalb, weil der super nette, junge Mann zwar immer da und für uns erreichbar war, wir aber beim besten Willen nicht wüssten, wofür wir einen Butler bräuchten. Trotzdem natürlich irgendwie nett zu wissen, dass wir eine Ansprechperson gehabt hätten, hätte es irgendwelche Schwierigkeiten gegeben. 

Trotzdem war der junge Mann unbezahlbar: Am Abend war Büffet unter freiem Himmel in einem von uralten Bäumen umgebenen Rondell mit riesigem Lagerfeuer (gegen Affen) in der Mitte angesagt. Dort war er dann auch unser Kellner. Das war jetzt noch nicht so spektakulär, ich weiß. Aber im Rondell ist ein Musiker mit einer Gitarre herum"geschlichen" und hat so vor sich hin gesungen. Schön, unaufdringlich, traditionell. Und plötzlich fing das Bedienpersonal an mitzusingen - allen voran "unser" Kellner, der mit einer super Stimme den Vorsänger für zahlreiche Gospels gemacht hat. Die Stimmung war unbeschreiblich, Gänsehaut! Und immer mal wieder ging das gemeinsame Singen los, wer gerade nichts zu arbeiten hatte, hat sich einfach dazu gesellt und hat mitgesungen. Einfach klasse. 

Nun, tagsüber waren wir aber natürlich mit unserem Auto im Krügerpark unterwegs und haben eine Menge Begegnungen mit den Tieren dort genossen: Elefanten, Impalas in Massen, Giraffen, Hyänen, Büffel, Warzenschweine (viele), Vögel jeder Art und Größe, Nilpferde ... allein Gnus und Zebras waren nur sehr vereinzelt zu finden. Und auf Löwen und Nashörner hoffte ich vergeblich. 

Dafür haben wir aber an den zwei Ruhetagen, die wir zwischendurch im Hotel auf einem der Aussichtstürmchen direkt an der Parkgrenze mit Blick auf den River Sabie verbracht haben, etliches geboten bekommen: Dass da mal Elefanten durch den Fluss stapfen, hatten wir erwartet. Dass aber auch plötzlich 3 Nyalas und 2 Wasserböcke aus dem Gestrüpp kommen und unmittelbar vor uns auf und ab laufen würden, hätten wir nicht zu hoffen gewagt. Außerdem konnten wir, leider weit entfernt am gegenüberliegenden Ufer, eine Gruppe von 8 Nilpferden über mehrere Stunden immer wieder beim Baden und Fressen mit dem Fernglas beobachten. Sehr spannend und mit einem Cappuchino und Strickzeug in den Händen der perfekte Zeitvertreib!

Zu guter Letzt sind wir noch zur dritten Station am südöstlichen Ende des Parks weiter gefahren. Es sollte in eine kleine, private Lodge/Ferienwohnung in einem an den Krügerpark angrenzenden kleinen Wohngebiet gehen. Marloth Park war also das Ziel und unsere Unterkunft erreichten wir nach einem wilden Ritt über eine nicht sehr lange, aber umso kluftigere Schlaglochpiste. Und dann höre ich mich rufen: "Da steht ein Gnu im Garten!" ... wir hatten ja schon gelesen, dass da schon mal ein Tier auch im Wohngebiet zu sehen sein kann. Äh, das war wohl die Untertreibung des Jahres. Kaum hatten wir unser kleines Domizil bezogen, stand ich schon wieder auf der Veranda und staunte nicht schlecht: In der Zwischenzeit standen da 11 Kududamen und -junge im Vorgarten, umwuselt von 4 kleinen Warzenschweinbabys und deren Mutter. Und frech waren die! Die Kleinen haben immer mal an den langen Kuduhaxen hinaufgeschaut und dann ganz kess mit der Schnauze gegen die Hufe gestupst, was sich die Kudus natürlich nur bedingt haben gefallen lassen. Und so kam immer wieder ein Schweine-Quietscher, wenn sich die Kudus mit leichten Tritten wehrten. Was für ein Schauspiel! 

Der Knaller war aber ein alter Kudu mit riesigem Geweih. Ich kam gerade auf die Treppe vor der Veranda, da stand der 3 m neben mir und guckte ganz interessiert auf mich herunter. Kein Zucken, keine Scheu. Ich dachte dann, ich setz mich mal hin, dann nimmt der mich sicher nicht als Bedrohung wahr. Und dann stand er und stand und stand und ließ mich keine Sekunde aus den Augen, bis er wohl sicher war, dass ich nichts tu. Dann hat er sich auch ins Gras niedergelassen. Und so saß ich dann 3 m neben einem wilden Kudu, zwischen uns ... nichts. Das Gefühl war wirklich unbeschreiblich. Und weil er mich offensichtlich so nett fand, kam er auch am nächsten Tag wieder, als ich strickend auf der Veranda saß, beguckte mich minutenlang, kam dann so nah wie möglich an das Geländer heran, beguckte mich weiter und setzte sich dann 2 m vor mir in den Schatten. Ich und mein Kudu. 

Ein anderes Mal ging ich gerade durch die Eingangstür seitlich aus der Wohnung, oder sagen wir, ich wollte hinausgehen. Angesichts eines antrabenden Gnus aus dem Hinterhof hielt ich es dann für angebracht, erst mal dem Tier den Vortritt zu lassen. Als es an mir vorbei war ... kam das nächste. Und dann zwei kleine. Und dann noch mehr ... zuletzt standen 14 Gnus von wenige Tage altem Jungtier bis zotteligem Oldie vor unserer Hütte im Garten und grasten für ein paar Minuten vor sich hin.

Und so ging das den ganzen Tag lang - sobald wir von unseren Safarifahrten in den Krügerpark, wo wir dann übrigens Zebras und Gnus in Massen begucken konnten, zurückkamen, saß ich auf der Veranda und kam nur bedingt zum Stricken und Teetrinken, weil alle Nase lang wieder andere Tiere um die Ecke trabten, um die wenigen Restgräser im Vorgarten zu fressen oder einfach in die Gegend zu schauen. Es war eine Schau!

So, und nun gibt es natürlich auch noch Fotos ... bitteschön: 




































Freitag, 30. Januar 2026

2/2026 • Fußwärmer

Oder: Alle Füße wollen warm sein. 

Daher sind in den letzten Wochen nebenbei immer wieder kleinere und größere Reste von Sockenwolle auf die Nadeln gekommen. Je nachdem, wieviel der Rest noch hergab, wurden daraus Socken, Babyschuhe oder - aus den ganz kleinen Resten - Schlüsselanhänger-Söckchen. Und die nächsten Reste sind schon wieder auf diversen Nadeln ... 















Montag, 5. Januar 2026

1/2026 • Webmusterjacke

Oder: Danke liebe Margit K.!

Die Unterzeile muss ich vielleicht kurz erklären: Mich erreichen immer wieder tolle Spendenpakete, die selbstverständlich auch ausnahmslos für die Sternstundenmärkte verarbeitet werden. Hin und wieder kommt aber schon mal der Hinweis "Nimm was für dich, wenn dir was gefällt!". Und so war das auch bei einem Paket, das mich 2024 erreichte. Enthalten war neben vielen tollen Sockenwoll(rest)en auch eine komplette Partie einer Baumwollmischung, die mir sofort ins Auge gesprungen ist, für die mir aber erst mal keine rechte Verwendung für unseren Marktstand eingefallen ist. Zumindest nicht in dieser Menge. 

Daher habe ich dann eben die Aufforderung, auch was für mich selbst zu verarbeiten, wahrgenommen und aus 525 g Aktiv Cotton Fine in bordeauxrot eine lange im Kopf schon herumschwirrende Strickjacke gestrickt. Verwendet habe ich Nadeln Stärke 3,0 mm und eine Anleitung dafür gab es nicht, ich habe einfach drauf los gestrickt. Und die übrige Wolle wird jetzt dann zu Mützen verarbeitet.

Da mir übers vergangene Jahr etliche andere Projekte dazwischen gekommen sind, lag das angefangene Stück einige Monate im Körbchen ... bis ich jetzt die ersten freien Tage des Jahres nutzen konnte, um die noch fehlenden Blenden zu stricken.