Freitag, 12. Juli 2019

Alternativbeschäftigung.

Oder: Hurra, ich kann häkeln!

Natürlich kann ich häkeln, nicht sehr gut, nicht unbedingt so unwahrscheinlich gerne, aber gelernt habe ich das einmal irgendwann als Kind. In den letzten Jahren beschränkten sich meine Häkelnadel-Kunststücke allerdings weitestgehend auf einfache Luftmaschenketten, die ich hin und wieder für Provisorische Anschläge brauche. Für Strickstücke, versteht sich.

Neulich erreichte mich aber eine Mail mit der vorsichtigen Anfrage, ob ich möglicherweise jemanden in meinem Sternstunden-Helferkreis hätte, der bereit wäre, eine begonnene Häkeldecke für unsere Aktion fertig zu stellen. Die Anfragerin kann aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr häkeln und das angefangene Teil, in dem sicherlich schon viele, viele Arbeitsstunden steckten, wäre einfach zu schade, um in den Tiefen eines Schrankes oder gar dem Müll zu landen. Nach einem kurzen Mailwechsel erreichte mich sodann auch ein Paket mit einer Reihe (fast) fertiger sowie angefangener Patche sowie dem zugehörigen Garn. Und eigentlich wollte ich das gesamte Paket einfach an eine meiner Damen weiterreichen. Eigentlich, weil: Ich häkle ja nicht.

Aber was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Da im Moment mit meiner komischen Schulter (ja, diese vermeintliche Ellenbogenentzündung kommt wohl vom Schulter-/Nackenbereich) noch immer nicht am Stück stricken kann, macht mir das auch gerade nicht so richtig Spaß. Also dachte ich mir, ich probier's mal mit der Häkelnadel. Und siehe da: Häkeln macht keinerlei Probleme ... äh ja, fast, denn beim Häkeln verkrampf(t)e ich mit meiner uralten Stahlnadel dermaßen meine Hand, dass mich nach ein paar Tagen einzelne Finger enorm schmerzten. Da konnte jedoch Abhilfe geschaffen werden und dank neuer, ergonomisch geformter Häkelnadel (davon hätte meine Oma früher wohl geträumt, was es heute nicht alles einfach so im Handel gibt!) flutscht es jetzt nur so.

Inzwischen habe ich einen Farbplan erstellt, die demnach benötigten Patche fertig gestellt bzw. ergänzt und meinen freien Tag heute dazu genutzt, die ersten Ecken zusammen zu setzen und einen Teil der 2.475.339 Fäden abzuschneiden oder, sofern sie nicht mit eingehäkelt werden konnten, zu vernähen ...

Liebe Frau K., vielleicht lesen Sie ja hier gelegentlich mit ... Sie sehen, die Decke befindet sich in der Bearbeitung!



Montag, 10. Juni 2019

Strickpause

Oder: Alternativen gesucht ...

Jetzt muss ich mich zwischendurch doch mal wieder hier zu Wort melden. Leider gibt es momentan und vorläufig nichts Gestricktes zu zeigen, da mich eine Entzündung im rechten (!) Arm doch etwas längerfristig als erwartet am Stricken hindert. Inzwischen nervt das schon so sehr, dass ich mir Beschäftigungsalternativen suche und neben Ausflügen zum Fotografieren in den Staudengarten in Freising auch mal wieder ein, zwei Puzzles ausgepackt habe. Und so gibt es heute eben ein paar Pfingstrosen, die gestern in voller Blüte um die Wette strahlten.














Freitag, 3. Mai 2019

08_2019 • Armer, schwarzer Kater

Oder: Was lange währt ...

... wird irgendwann auch mal fertig. Oder so ähnlich. Aber eigentlich weiß ich gar nicht, warum dieser arme, schwarze Kater – so der Name der Wollfärbung – jetzt über 4 Jahre als halbfertiges Jackenetwas im Projektbeutel vor sich hin dösen musste. Denn eigentlich ging es jetzt doch richtig schnell: Letzte Woche fehlten noch 2 Ärmel und die Blende, heute kann ich den Kater schon um meine Schultern schwingen und damit ausgehen. Oder so ähnlich.

Verarbeitet habe ich 625 g Wollmeise Twin in der Farbe "Armer, schwarzer Kater" mit Nadelstärke 3,0 mm. Eine Anleitung hatte ich nicht, aber das ist bei RVO ohnehin nicht so wichtig, denn bei dieser Konstruktion kann man ja immer mal wieder anprobieren, ob noch alles in den richtigen Bahnen läuft.

Und weil jetzt endlich, endlich dieses UFO aus der Welt geschafft ist, habe ich gleich das nächste bereits angekündigte Jäckchen angenadelt ... und dieses wird keine 4 Jahre dauern, versprochen.







Samstag, 27. April 2019

07_2019 • Spendenwolleverarbeitung

Oder: Unterschiedlicher geht nicht. 

In den letzten Monaten kamen von verschiedenen Seiten Päckchen bzw. Pakete mit unterschiedlichster Spendenwolle (danke dafür noch mal an alle!), die ich nach und nach für die Sternstunden verarbeiten werde oder lasse. Lasse, im Sinne von: Ich habe dabei natürlich fleißige Helferinnen.

Selbst verarbeitet habe ich in den vergangenen Wochen sehr, sehr unterschiedliche Garne. Angefangen mit einem Pulli (ca. Größe 42) aus einem sehr polytierlastigen Garn mit kuschelig warmem Mohairanteil. Das Material selbst hat mich persönlich jetzt nicht so angesprochen (wäre mir zu dick und warm), aber der fertige Pulli ist enorm kuschelig-warm und sieht der Farben wegen auch ziemlich fetzig aus, finde ich. Für diesen Pulli wird nun also eine passende Trägerin gesucht ... (bei Interesse gerne melden!).

Dann konnte ich sehr günstig einen kleinen Posten Viskosegarn übernehmen. Auf den ersten Blick fand ich es sehr schön, aber verstrickt war es zunächst irgendwie ... hart. Auch dickere Nadeln änderten daran nichts. Dann habe ich einen wollenen Beilauffaden von der Kone dazu genommen und nun hat das Gestrick einen angenehm weich-glatten Griff. Gefällt mir gut und wird mit den anderen Knäueln wieder so gehandhabt.

Aus einem sehr dicken, wollenen Schokogarn, von dem nur ein Knäuel da war, wurde ein Bambusa-Stirnband. Das wird sicherlich im Winter jemandem gute Dienste tun.

Zu guter Letzt wurde aus einem wahnsinnig schönen, quietschhellgrünen Garn (*winke mal zu Christine rüber!*) mit Kaschmir-Anteil ein weiterer Halsschlauch. Im Strang war das Garn kuschelig weich und wollte unbedingt sofort auf meine Nadeln. Verstrickt fing ich allerdings irgendwann an zu zweifeln, weil es sich plötzlich trotz passender Nadel eher "unkuschelig" und auf der Nadel quietschend anfühlte. Aber wie so oft bewirkte das anschließende Entspannungsbad Wunder: Der mambagrüne Halsschlauch ist ein Traum und wird hoffentlich eine begeisterte Trägerin finden.

Und jetzt werde ich zunächst ein inzwischen tatsächlich 4 Jahre altes (*errötend*) UFO fertig stellen, bevor ich aus einem bereits parat liegenden weinroten Alpakagarn eine Strickjacke nadeln werde. Der Plan steht, die Maschenprobe ist gestrickt, es muss "nur" noch gerechnet und losgestrickt werden.










Freitag, 5. April 2019

06_2019 • Rasselbande

Oder: Nach der Beauty-Behandlung.

Im Urlaub auf Langkawi wurden unter anderen mehrere Knuddel-Dolls und Knubbelchen fertig ... allerdings mussten sie als "Flachmänner" mit zurück nach Hause reisen, wo sie dann eine gute Portion Innenleben bekamen und im Schönheitssalon Baron etwas aufgehübscht wurden. So können sie mit zum nächsten Sternstundenmarkt am 14. April von 10 - 17 Uhr auf der Bastel- und Hobbymesse in Oberschleißheim kommen. Vielleicht sehen wir uns dort?






Sonntag, 31. März 2019

Sommer, Sonne, Strand und mehr ...

Oder: Die Barons waren wieder mal auf Reisen. 

Lange war es jetzt hier ruhig, aber nicht zuletzt deshalb, weil die Barons in der Zwischenzeit wieder einmal zwei Wochen in Asien waren. Zuerst stand Faulenzer-Bade-Strick-Foto-Leseurlaub auf der kleinen malayischen Insel Langkawi auf dem Programm. Und wie das lange Wort schon sagt, wurden keine großen Ausflüge oder Touren unternommen – wir waren ja schon mehrfach auf Langkawi und hatten die typischen Ausflugsziele alle schon einmal abgegrast ... – sondern die Zeit wurde einfach damit verbracht, was gerade Spaß machte. So hatte ich endlich auch mal wieder Muse zu lesen, was zuhause immer viel zu kurz kommt. Ganz viel Zeit habe ich auch damit zugebracht, auf dem gärtnerisch sehr schön angelegten Hotelgelände herumzustreunern und mit viel Geduld und Ausdauer Vögel und Pflanzen sowie deren Blüten mit der Kamera einzufangen. Naja, und gestrickt wurde natürlich auch, eh klar.

Danach ging es noch für 3 Tage in die Hauptstadt nach Kuala Lumpur, wo der Botanische Garten ganz oben auf dem Programm stand. Außerdem haben wir eine "Glühwürmchen-Bootstour" gemacht ... das war etwas ganz Besonderes. Am Nachmittag wurden wir abgeholt und nach Kuala Sengalor, etwa eine Autostunde vom Stadtzentrum entfernt, kutschiert. Auf dem Weg dorthin gab es einen kleinen, sehr verrückten Stopp an einem "Affenberg" – chaotisch, laut, wuselig und einfach lustig anzuschauen. Danach wurde uns in einem ganz rudimentären Fischerlokal ein kleines, aber extrem leckeres Menü mit Fisch und Krabben und Garnelen und all solchem Getier in feinster Verarbeitung kredenzt. Ok, die Finger mussten danach etwas intensiver gewaschen werden ... sofern ein Wasserhahn auf den stillen Örtlichkeiten denn ein paar Tropfen Wasser aus sich herausquetschen ließ.

Dann ging es endlich auf dem Fluss "Sengalor" aufs Boot. Zunächst sind wir zusammen mit ca. 20 Koreanern – ebenfalls ein lustiges Geschnatter und wir natürlich optisch die Voll-Exoten – auf dem Fluss entlang geschippert und haben verschiedene Vogelschwärme bestaunt. Als es dann aber endlich richtig dunkel wurde, wurde der Motor gedrosselt, wir gingen aufs Vorderdeck und guckten ... und wir staunten nicht schlecht: In den Mangroven entlang des Flussufers leuchteten Tausende, ach was sag ich, Millionen von kleinen Lichtlein. Es sah aus, als hätte jemand das Ufer mit kleinen, blinkenden LED-Lichterketten dekoriert. Ein phaszinierendes Naturschauspiel, das alle an Bord verstummen und einfach nur staunen und genießen ließ. Was für eine friedliche Atmosphäre das war ... richtig schön. Und da sich diese Minilichter nicht fotografieren ließen, musste man gucken, gucken gucken, um möglichst viel davon abspeichern zu können.

Und ich habe mal wieder die Erfahrung gemacht, dass man auch kommunizieren kann, wenn man sich gegenseitig aber so gar nicht versteht oder kennt ... zuerst waren am Nachmittag auf diesem Affenberg ein paar Jugendliche mit ihrem Lehrer, die gerade ziemlich spaßig dabei waren, ein Gruppenfoto auf der Mauer zu produzieren. Da musste ich einfach grinsend zugucken. Als der Lehrer dann fertig war, habe ich unter großem Jugend-Gejohle angeboten, ein Foto mit Lehrer zu machen – ich glaube, er wollte sich da ursprünglich drücken, konnte dann aber natürlich nicht mehr aus. Also haben sich alle inklusive Lehrer wieder in Pose geschmissen und man bedankte sich danach lautstark und extrem höflich für meine Fotografendienste. Einer der Jungs kam dann zu mir her und wollte wissen, woher wir kämen ... äh, Germany, er machte mir in bröckeligem Englisch klar, dass er jetzt so spontan nicht wüsste, was er aus Deutschland kennen könnte – Autos, Bier? Bier! Ja, das war es, das kannte er *grins*.

Aber auch auf der Bootstour hatte ich ein sehr nettes Erlebnis mit einem Menschen, mit dem ich kein einziges Wort wechseln konnte. Mir gegenüber saß nämlich ein alter Koreaner mit einer ähnlichen Spiegelreflex-Kamera, wie ich sie hatte. Blöderweise hatten wir jeweils einen Platz, von dem aus man nicht richtig hinausknipsen konnte. Als das Boot dann das eine oder andere Mal am Ufer entlang vor Kranichkollonien u.ä. langsam dahinglitt, bin ich einfach aufs Vorderdeck geklettert zum Knipsen. Er tat das auch, hielt sich aber höflich zurück, bis ich ihm andeutete, er könne doch gerne zu mir auf diese Stufe sitzen, von wo man wirklich einen ausgezeichneten Blick auf die Tiere hatte. Er nuschelte so was wie "Thank you" und nahm das Angebot in der Folge gerne mehrfach an. Mehr wurde aber nicht gesprochen – zurückhaltender, aber immer sehr streng guckender Mensch, dennoch sehr höflich. Beim Aussteigen aus dem Boot ließ er es sich aber nicht nehmen, ein herzliches, freundliches Grinsen in sein Gesicht zu zaubern und mir sich verbeugend zuzuwinken ... seine Art, sich für meine Rücksicht zu bedanken. Das hat mich wahnsinnig gefreut.

Über die Rückfahrt mit unserem Taxifahrer wollen wir dann mal lieber den Mantel des Schweigens legen ... zwischendurch fragten wir ihn, ob es ihm wohl nicht gut ging, denn die Schlangenlinien und das immer langsamer Werden und Beschleunigen war uns dann irgendwie nicht mehr geheuer. Wir waren ehrlich froh, als wir heil am Hotel angekommen waren.

Inzwischen hat uns der Alltag nun längst wieder eingeholt, meine mitgebrachte Ohrenentzündung ist Vergangenheit, aber der Herr Baron wird mit seinem Souvenir, einem (zum Glück nur leichteren) Bandscheibenvorfall, noch einige Monate Spaß haben ... und jetzt: Achtung, große Bilderflut!


Nachtmarkt in Cengang ... ein sympatisch chaotisch-friedliches Gewusel mit vielen Düften und leckerem Essen. 


Wo man kein eigenes Wort hatte, wurde einfach das englische adoptiert –
allerdings geschrieben wie gesprochen ... es gibt da z. B.  auch die "Polis" 
Fragt nicht, wie lange ich für dieses Foto mucksmäuschenstill unterm Baum gestanden habe ... 
Eher fotogen dagegen war dieser Geselle, dem ich eine halbe Stunde lang von Baum zu Baum gefolgt bin. Ein bisschen lästig war ich ihm vielleicht auf Dauer, aber er hätte ja abhauen können. 

Fast täglich haben auch Adler ihre Kreise über uns gezogen.




Allgegenwärtig waren Eichhörnchen. Immer und überall.









Die Frucht des Leberwurstbaums. Ja, der heißt wirklich so.
Endlich weiß ich, warum dieser Baum "Kanonenkugelbaum" heißt ...!